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Adipositas: Ein

schwerwiegendes

Problem

Gesundheitsblog November 2018

Adipositas: Ein schwerwiegendes Problem

Du bist, was du isst. Wie leicht geht uns dieser Satz doch über die Lippen – wie schwer tun wir uns damit, ihn auch tagtäglich zu beherzigen bei Auswahl und Genuss unserer Speisen. Wie oft nehmen wir mit Neujahrsvorsätzen den Mund dann doch wieder zu voll…

Die gute Nachricht zuerst: Essen kann vieles. Spaß machen zum Beispiel oder die Familie am Tisch und im Gespräch zusammenführen. Und Essen kann auch heilsam sein. Aber, bitte (ohne Sahne): Nicht zu viel, nicht zu schnell, sondern ganz bewusst und mit Genuss! Natürliche Produkte ohne chemische Zusätze, ohne gentechnisch behandelte Elemente, sind auf jeden Fall die bessere Wahl. Mediterrane Kost beispielsweise ist schmackhaft und gesund. Und wenn man beim Abendessen mit der Familie zusammensitzt und den Tag Revue passieren lässt, schmeckt das doppelt so gut wie Fast Food in der Fußgängerzone.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Essen kann so schön sein – aber leider auch ganz schön gefährlich…

Denn: Wer zu viel, zu fett oder zu kalorienreich isst, dem droht Adipositas, also Übergewicht in einer starken oder gar krankhaften Form. Wie genau das zu definieren ist, ist jedoch gar nicht so einfach. Zwei Faustformeln sind gängig, haben aber auch ihre Schwächen.

Relativ simpel zu berechnen ist der Broca-Index. Nach ihm ergibt sich - vereinfacht dargestellt - das Normalgewicht, wenn von der Köpergröße in Zentimetern der Wert 100 abgezogen wird. Das Idealgewicht beträgt wiederum 90 % (für Männer) bzw. 80 % (für Frauen) des Normalgewichtes. Problematisch ist in diesem Fall jedoch, dass nach dieser Formel keine Schwankungsbreite berücksichtigt wird. Zudem gilt sie nur für Durchschnittsgrößen zwischen 160-180 cm.

Moderner, aber auch komplizierter ist die Bestimmung nach dem Body Mass Index (BMI). Deren Art der Messung etwas umfassender und das Ergebnis in verschiedene Gruppen aufgeteilt ist (die einzelnen Ergebnis-Gruppen und ein Rechenbeispiel haben wir Ihnen im Abbild dargestellt). Doch ist auch diese Berechnung nicht ganz ohne Tücken. Berücksichtig wird beispielsweise beim BMI nicht, welchen Anteil die Muskelmasse am Gewicht hat. Und: Die Verteilung des Fetts am Körper wird - wie auch beim Broca-Index - vernachlässigt. Dabei ist gerade das Risiko einer Folgeerkrankung durch Adipositas bei einer bauchbetonten Adipositas (wird auch als Apfeltyp beschrieben) größer. Fettpolster an Gesäß und Beinen sind hingegen weniger schädlich (Birnentyp).

Generell ist es also nicht ganz einfach zu bestimmen, wann Übergewicht oder sogar Adipositas vorliegt – denn dazu muss immer auch die individuelle Situation berücksichtigt werden. Ein erhöhter BMI allein muss noch nicht problematisch sein. Allerdings gibt der BMI erste Aufschlüsse darüber, ob ein kritische Grenze erreicht ist.

 

Gesundheitliche Komplikationen
Mit Sicherheit lässt sich sagen: Übergewicht wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus und kann zu Komplikationen führen. Der gesamte Organismus wird durch das zu hohe Körpergewicht belastet. Besonders betroffen ist das Herz-Kreislaufsystem, weil bei übergewichtigen Menschen das Herz ständig Mehrarbeiten leisten muss, um das Fettgewebe ausreichend mit Blut zu versorgen. Zudem wird im Körper vermehrt Wasser und Natrium zurückgehalten, was die Entstehung von Bluthochdruck begünstigt und ebenso das Herz belastet. Auch die Lunge muss bei Betroffenen mehr arbeiten, da sie den erhöhten Sauerstoffbedarf decken muss. In vielen Fällen reicht die Lungenkapazität nicht aus, so dass sich ein chronischer Sauerstoffmangel entwickelt. Verstärkt wird dies noch durch Störungen der Atmung während des Schlafes (siehe auch ‚Schnarchen‘).

Mit dem steigenden Körpergewicht gehen auch Komplikationen im Stoffwechsel einher. So begünstigt es die Entstehung des Diabetes mellitus Typ 2. Hier ist der Körper nicht mehr in der Lage, den im Blut gelösten Zucker zu verwerten. Das führt zu einer hohen Zuckerkonzentration im Blut, die auf Dauer zu starker Schädigung der Organe führen kann. Bewegung und Gewichtsabnahme können nachweislich die Zuckerverwertung im Körper verbessern. Auch Fettleber, Gallensteine und Gicht können die Folgen des Übergewichts sein. Nicht zuletzt sind die Gelenke betroffen, insbesondere der untere Wirbelsäulenbereich, die Hüftgelenke sowie Knie- und Sprunggelenke. Da zu viel Gewicht den Verschleiß beschleunigt und führt zu chronischen Schmerzen.

Regelmäßige körperliche Aktivität kann der Fettleibigkeit sowie chronischen Krankheiten und Beschwerden vorbeugen. Denn Übergewicht kann nur entstehen, wenn die tägliche Kalorienaufnahme langfristig den Energieverbrauch des Körpers übersteigt. Wer hingegen regelmäßig Sport treibt und sich grundsätzlich in seinem Alltag mehr bewegt, der setzt bei der Energiebilanz seines Körpers auf der richtigen Seite an. Das ist allerdings leichter gesagt als getan und mitunter mühsam. Positiv bemerkbar machen sich die Verhaltensänderungen nur, wenn sie langfristig angewendet werden. Und das erfordert einiges an Disziplin. Doch die Mühen lohnen sich.

Viele Faktoren können mitspielen
Die Ursachen für Übergewicht aber allein auf die Formel „Zu viel Essen, zu wenig Bewegung“ zu beschränken, ist zu simpel. Es gibt noch weitere Faktoren. So dürfen auch die psychologischen Hintergründe nicht unterschätzt werden. „Heißhungerattacken“ können ihren Ursprung auch in Kummer, Angst, Frustration oder Langeweile haben, nicht selten „fressen“ wir den Dauerstress, den wir täglich erleben, auch in uns hinein. Darüber hinaus kann auch genetische Veranlagung eine Rolle spielen.

Einfache Tipps, um Übergewicht vorzubeugen:

Um Übergewicht zu vermeiden sind Bewegung und gesunde Ernährung das A und O. Darüber hinaus können die folgenden Tipps helfen:

  • Gehen Sie kleine Strecken möglichst zu Fuß oder steigen Sie in Bus oder Bahn eine Haltestelle früher aus, um die restliche Strecke zu laufen. Das schont auch die Umwelt. Nehmen Sie lieber die Treppe statt dem Lift oder der Rolltreppe.
  • Gehen Sie nicht mit leerem Magen einkaufen, machen Sie sich vorher einen genauen Einkaufszettel. Das verringert das Risiko, dass sich kalorienreiche Snacks in Ihren Einkaufswagen verirren.
  • Nehmen Sie sich möglichst oft Zeit, selbst zu kochen, und verbannen Sie Fertiggerichte von Ihrem Speiseplan, denn die enthalten meist viel Fett und Zucker. Verzehren Sie Zucker und Lebensmittel bzw. Getränke, die mit verschiedenen Zuckerarten (z. B. Glucosesirup) hergestellt wurden, nur gelegentlich.
  • Trinken Sie rund 1,5 Liter Flüssigkeit jeden Tag. Bevorzugen Sie Wasser – ohne oder mit Kohlensäure – und energiearme Getränke. Trinken Sie zuckergesüßte Getränke nur selten. Diese sind energiereich und können bei gesteigerter Zufuhr die Entstehung von Übergewicht fördern. Alkoholische Getränke sollten wegen der damit verbundenen gesundheitlichen Risiken nur gelegentlich und nur in kleinen Mengen konsumiert werden.

  • Vollwertiges Essen und Trinken umfasst eine abwechslungsreiche Auswahl, angemessene Menge und Kombination nährstoffreicher und energiearmer Lebensmittel. Wählen Sie überwiegend pflanzliche Lebensmittel, sie haben eine gesundheitsfördernde Wirkung.

  • Gönnen Sie sich eine Pause für Ihre Mahlzeiten und essen Sie nicht nebenbei. Lassen Sie sich Zeit, das fördert Ihr Sättigungsempfinden.