Unser Gesundheitsblog

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Arthrose & Arthritis -
Wenn die Gelenke schmerzen

Gesundheitsblog April 2018

Arthrose & Arthritis - Wenn die Gelenke schmerzen

Tagtäglich führen wir unzählige Bewegungen aus, denen wir uns meist gar nicht bewusst sind. Dass wir uns überhaupt bewegen können, verdanken wir unseren Gelenken. Sind sie intakt, sorgen sie – gut geschmiert durch die Gelenkflüssigkeit und geschützt durch den Gelenkknorpel – für reibungslose Bewegungsabläufe und verzeihen uns gelegentlich auch mal stärkere Beanspruchung.

Wird das Gelenk jedoch beschädigt, kann dies empfindliche Schmerzen und Störungen in den Bewegungsabläufen hervorrufen. Zu den häufigsten Ursachen für Gelenkschmerzen zählen Verschleißerscheinungen oder Gelenkentzündungen, die jeweils durch unterschiedliche Erkrankungen hervorgerufen werden können.

Arthrose: Gelenkschmerzen durch Verschleiß
Arthrose ist die am häufigsten diagnostizierte Gelenkkrankheit. Eine chronische Erkrankung, bei der es durch eine Störung des Gleichgewichts zwischen Knorpelabbau und -aufbau zu einem fortschreitenden Gelenkverschleiß kommt: Der Gelenkknorpel, der den Knochen im gesunden Zustand schützend umgibt, ist dabei stellenweise beschädigt (Frühstadium) oder vollständig abgenutzt (Spätstadium). Als Ursache für den Knorpelschaden wird häufig eine Fehlstellung der Gelenke, eine Überbelastung oder ein Unfall festgestellt.

Arthrose-Symptome
Die am häufigsten genannten Symptome im Frühstadium sind gelegentliche Gelenkschmerzen nach Belastungen sowie Anlaufschmerzen nach Ruhephasen in Verbindung mit eingeschränkter Beweglichkeit. Schreitet die Arthrose voran, werden die Symptome stärker, es kann zu belastungsunabhängigen Dauerschmerzen und nächtlichen Gelenkschmerzen kommen. Zudem kann das Gelenk sich warm anfühlen. Kurzfristig verstärkt auftretende Schmerzen und Steifheitsgefühl nach Ruhephasen nehmen mit dem Voranschreiten der Krankheit ebenfalls zu. In seltenen Fällen wird von erhöhter Empfindlichkeit bei kaltem und nassen Wetter berichtet. Im Spätstadium werden umliegende Bänder, Muskeln und Sehnen in Mitleidenschaft gezogen, was zu Geräuschen im Gelenk (einem „Knirschen“ der Gelenke) führt. In einigen Fällen lässt sich das Gelenk im Spätstadium gar nicht mehr bewegen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose
Aktuell gibt es keine Methode, die den verletzten Gelenkknorpel heilt oder wiederherstellt. Die Behandlung konzentriert sich daher auf die Schmerzlinderung und den Schutz des Knorpels vor weiterem Verschleiß. Um diese Ziele zu erreichen, gibt es zwei gängige Verfahren: das konservative und das operative.

Das konservative Verfahren setzt unter anderem auf gelenkschonendes Verhalten im Alltag. Dazu zählt die Reduktion von Übergewicht ebenso wie tägliche Bewegung, um die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke aufrechtzuerhalten. Besonders werden dabei gelenkentlastende Bewegungen wie Schwimmen oder Fahrradfahren in niedrigen Gängen empfohlen.

Ergänzend werden häufig therapeutische und orthopädische Maßnahmen angewandt. So zum Beispiel Gehhilfen zur Unterstützung bei Knie- oder Hüftproblemen, Physiotherapie zur Förderung der Beweglichkeit, Ergotherapie zum Erhalt der Handlungsfähigkeit (Bewältigung des Alltags) oder physikalische Therapien wie Akkupunktur bei chronischen Schmerzen. Um die Schmerzen zu lindern wird bei Bedarf auch eine medikamentöse Therapie eingesetzt.
Das operative Verfahren wird in der Regel erst als letzte Alternative angewandt. Ist der Verschleiß zu weit fortgeschritten, der Schmerz zu groß und die Bewegungsfreiheit zu stark eingeschränkt, kann eine Operation helfen. Dabei reichen die operativen Einsätze von der Säuberung des Gelenkes (Entfernen von kleinen abgeriebenen Knorpelfasern, um Schmerzen zu lindern) über die Stabilisierung oder auch Versteifung bis hin zum Ersatz des Gelenks.

Arthritis: Gelenkschmerzen durch Entzündung
Bei einem oder mehreren entzündeten Gelenken spricht man von einer Arthritis, wobei jedes Gelenk im Körper betroffen sein kann. Typische Anzeichen sind starke Schmerzen in den Gelenken, Schwellungen, Überwärmung, Rötung und eingeschränkte Beweglichkeit. Zu den häufigsten Ursachen zählen Stoffwechselkrankheiten, Infektionen und Autoimmunerkrankungen. Auch eine Arthrose kann eine Gelenkentzündung verursachen. In Abhängig von der Ursache gibt es verschiedene akute und chronische Formen der Erkrankung, die häufigste Form ist die rheumatoide Arthritis.

Rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis

Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die meist in Schüben verläuft. Über die Ursache besteht keine Klarheit, es wird jedoch von einer Autoimmunerkrankung ausgegangen, also einer Störung des Immunsystems. Fehlgesteuerte Immunzellen greifen körpereigenes Gewebe und Gelenke an und setzen so den Entzündungsprozess in Gang.

Die Krankheit tritt vor allem an den kleinen Gelenken in Händen und Füßen auf, wobei meist beide Hände bzw. Füße gleichermaßen betroffen sind. Ganz typisch für die rheumatoide Arthritis sind Schmerzen und Schwellungen in den Gelenken sowie eine Gelenksteifigkeit am Morgen, die mehr als sechzig Minuten anhalten kann.
Aktuell ist die rheumatoide Arthritis zwar nicht heilbar, doch gibt es je nach Verlauf und Fortschritt der Krankheit verschiedene Ansätze zur Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und Erhalt der Beweglichkeit. Wichtig ist, bereits im frühen Stadium mit einer Therapie zu beginnen. Es wird berichtet, dass bei Beginn der Therapie in den ersten drei Monaten nach Ausbruch der ersten Symptome die besten Ergebnisse erzielt wurden. Neben der ärztlichen Behandlung mit Medikamenten, Physiotherapie, etc. kann der Betroffene die Therapie durch Eigenmaßnahmen unterstützen. Es wird empfohlen nicht zu rauchen, sich regelmäßig zu bewegen und sich ausgewogen und gesund zu ernähren.