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Migräne –

weit mehr als

nur Kopfschmerzen

Gesundheitsblog Oktober 2018

Migräne – weit mehr als nur Kopfschmerzen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die typischer Weise durch starke, unregelmäßig wiederkehrende und meist einseitige Kopfschmerzattacken gekennzeichnet ist und je nach Ausprägung mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität verbunden ist. Viele Betroffene halten es während eines Anfalls nur noch in abgedunkelten und geräuscharmen Räumen aus. Denn häufig sind es nicht die Kopfschmerzen allein, die die Betroffenen quälen. Vielmehr sind Migräneanfälle oft mit weiteren Beschwerden verbunden, so zum Beispiel Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit oder Sehstörungen.

Mögliche Auslöser einer Migräne

Die Ursachen für Migräne sind bislang nicht endgültig geklärt. Wahrscheinlich spielen genetische Faktoren, also Vererbung, eine große Rolle. Bei einem Großteil aller Betroffenen ist zumindest ein Zusammenhang zwischen bestimmten Triggerfaktoren, also auslösenden Faktoren, und einer Migräneattacke zu erkennen. Die Bandbreite ist dabei groß und kann individuell sehr verschieden sein. Häufig werden Wetterumschwünge, Stress, ein veränderter Schlafrhythmus oder Hormonschwankungen genannt. Auch bestimmte Lebens- und Genussmittel wie Zitrusfrüchte, Schokolade, Bananen und Rotwein sowie Nikotin können Auslöser sein.

Persönliche Triggerfaktoren zu identifizieren, erleichtert den Umgang mit der Migräne und ihre Behandlung. Für Betroffene ist es deshalb ratsam, regelmäßig ein Migräne-Tagebuch zu führen, in dem alle wesentlichen Eckdaten im Zusammenhang mit einem Migräneanfall festgehalten werden: Tageszeit, Dauer und Schmerzintensität, begleitende Symptome, körperliche Aktivitäten und Mahlzeiten im relevanten Zeitraum, hormonelle Besonderheiten, spezielle Ereignisse und die jeweilige Medikation. Je genauer die einzelnen Anfälle und Umfeldbedingungen beschrieben werden, desto besser lassen sich Muster erkennen und in der Folge mögliche Auslöser vermeiden.

Formen der Migräne

Die Medizin unterscheidet verschiedenste Migräne-Formen, die sich ganz grob in zwei Kategorien einteilen lassen:

  • Migräne ohne Aura: Für diese häufigste Form der Migräne sind einseitige Kopfschmerzen mittlerer bis starker Intensität typisch, die anfallartig auftreten.
  • Migräne mit Aura: Sie ist begleitet von kurzzeitig auftretenden, neurologischen Symptomen vor oder während der Kopfschmerzphase, die von Medizinern zusammenfassend als „Aura“ bezeichnet werden.

Darüber hinaus sind zahlreiche Sonderformen der Migräne bekannt, die sich in ihrem Verlauf unterscheiden. Dazu zählen beispielsweise:

  • Chronische Migräne: Wenn Betroffene über mehr als drei Monate an mindestens 15 Tagen pro Monat unter Kopfschmerzen leiden, davon an mindestens 8 Tagen unter migräneartigen Schmerzen, spricht man von chronischer Migräne.
  • Abdominelle Migräne: Eine spezielle Form der Migräne, die Bauchschmerzen verursacht und vor allem bei Kindern auftritt. Kopfschmerzen können ein Begleitsymptom sein.

Symptome und Verlauf

Eine Migräne kann sich bereits einige Tage vor der Akutphase durch unspezifische, individuell unterschiedliche Symptome ankündigen – so zum Beispiel durch Schlafstörungen, erhöhte Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen oder auch Heißhunger. Bei Menschen, die an Migräne mit Aura leiden, kann es unmittelbar vor Beginn oder während der Kopfschmerzphase für die Dauer von ca. 30 bis 60 Minuten zu neurologischen Reiz- oder Ausfallerscheinungen kommen. Dazu zählen beispielsweise Empfindungsstörungen an Händen und Füßen oder Sprachstörungen. Besonders häufig kommt es zu Sehstörungen – beispielsweise in Form von Lichtblitzen, Flimmern oder Zickzack-Linien im Sichtfeld – die bis hin zu einem vollständigen Gesichtsfeldausfall oder optischen Halluzinationen reichen können.

Typisch für die akute Kopfschmerzphase ist ein häufig sehr starker, einseitiger Schmerz im Stirn- und Schläfenbereich oder hinter den Augen, der von den Betroffenen als pochend, pulsierend oder bohrend beschrieben wird. Charakteristisch ist eine Verschlimmerung der Beschwerden durch körperliche Anstrengung. Die Kopfschmerzphase kann bei Erwachsenen zwischen 4 Stunden und drei Tagen variieren. Auch die Schmerzintensität und seine Lokalisation können sich von Anfall zu Anfall unterscheiden. Neben den reinen Kopfschmerzen wird Migräne häufig von weiteren Symptomen begleitet. Dazu zählen zum Beispiel Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Darüber hinaus kann es auch zu besonderer Licht- und Lärmempfindlichkeit kommen, zu Geruchsempfindlichkeit oder Schwindel.

Ein Migräneanfall kann je nach Intensität eine enorme Belastung für den Organismus darstellen. Mit dem Abklingen der Symptome kommt es häufig zu einem ausgeprägten Erschöpfungsgefühl und hohem Schlafbedarf über ein bis zwei Tage.

Behandlung

Sofern Sie regelmäßig unter Kopfschmerzen und möglichen Begleiterscheinungen leiden, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen, um abzuklären, ob Sie von Migräne betroffen sind und gegebenenfalls eine geeignete Therapie einzuleiten. Bei der Migränetherapie geht es zum einen darum, Linderung im Fall eines Anfalls zu verschaffen. Zum anderen versucht die vorbeugende Therapie, die Häufigkeit der Migräneattacken und die Schmerzintensität zu reduzieren. Im akuten Fall einer Migräne eignen sich in erster Linie Schmerzmittel, die teilweise gleichzeitig auch gegen die Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen helfen oder sich mit entsprechenden Medikamenten kombinieren lassen. Bei schweren Symptomen kommen migränespezifische Schmerzmittel zur Anwendung.

Im Falle häufiger und schwerer Migräneattacken kann eine vorbeugende Therapie hilfreich sein, die eine medikamentöse Behandlung mit nichtmedikamentösen Ansätzen vereint, um die Anfälligkeit zu senken. Hier bieten sich je nach individuellem Bedarf zum Beispiel Entspannungsmethoden, verhaltenstherapeutische Maßnahmen zur Stressbewältigung, Ausdauersportarten oder Akupunktur an.